Von der Geschichte der Menschheit
- Julia Bayer
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Im Rahmen der kosmischen Erziehung hat Nadja, eine unserer Lernbegleiterinnen, die Erzählung vom Werden der Menschheit gehalten. Zunächst in der P1, später in der P2. Nicht als klassische Wissensvermittlung, sondern als Einladung, sich mit einem großen Zusammenhang zu verbinden.
Zu Beginn stand eine wichtige Haltung: Diese Erzählung ist kein abgeschlossenes Wissen. Sie basiert auf dem aktuellen Stand der Forschung und darf sich verändern, sobald neue Erkenntnisse hinzukommen. Eine wichtige Botschaft – gerade für Kinder: Wissen ist lebendig.
Mit Figuren vom Australopithecus bis zum Homo sapiens, einer Weltkarte und einer Zeitleiste wurden große Zeiträume überschaubar. Entwicklungen und Wanderungen wurden nicht erklärt, sondern sichtbar gemacht. Orientierung entstand durch Bilder, Bewegung und innere Vorstellungen.
Erzählungen haben in der Montessori-Pädagogik einen besonderen Stellenwert. Sie geben keine fertigen Antworten, sondern öffnen Räume für Staunen, Fragen und eigenes Weiterdenken. Viele Kinder wollten nach dem ersten Teil gar nicht in die Pause – nicht aus Pflicht, sondern aus innerer Verbundenheit. Aufmerksamkeit entstand aus echtem Interesse.
Wie nachhaltig die Geschichte wirkt, zeigt sich in den vielen Fragen, auch Tage danach. Zu Feuer, Werkzeugen und den frühen Menschen. Die Kinder setzen sich selbst in Beziehung zur Menschheitsgeschichte.
Nadja ist präsent, klar und hat eine ruhige Selbstverständlichkeit beim Erzählen. Sie kennt diese Form des Erzählens auch aus der Wildnis-Szene. Dort wird Wissen seit jeher über Geschichten weitergegeben – eingebettet in Beziehung, Erfahrung und Sinn. Nicht getrennt vom Leben, sondern mitten darin. Diese Qualität ist auch für uns in der Schule an der Alm wesentlich: Erzählen als bewusste pädagogische Handlung. Präsenz statt Tempo. Klarheit statt Erklärung. Vertrauen in die innere Arbeit der Kinder.
Für uns sind solche Erzählungen - dank Nadja - wieder Teil unserer Lernkultur.
Liebe Nadja, Danke für dein Erzählen! Schön, dass wir dich haben.










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